Bewertungen

Beschluss Nr. 5 im Schuljahr 2009/2010

Am 21. Oktober 2009 mit Beginn um 14.30 Uhr hat sich das Lehrerkollegium unter dem Vorsitz des Schuldirektors versammelt.

Gegenstand: Bewertung der Schüler und  Schülerinnen

Aufgrund der Art. 8 und 11 des Legislativdekrets Nr. 59/2004 sowie des Rundschreibens des Unterrichtsministeriums Nr. 85/2004

Aufgrund der Art. 2 und 3 des Gesetzes Nr.169 vom 30. Oktober 2008

Im Sinne des  LG Nr. 12/2000 und des LG Nr. 5/2008

Nach Einsichtnahme :

  • in den Beschluss der LR Nr. 2485/2009
  • in das Rundschreiben des Ministeriums Nr. 122/2009
  • in das Rundschreiben des Schulamtsleiters Nr. 47/2009

Aufgrund der Notwendigkeit der Neuregelung des Bewerbungsverfahrens, aufgrund der Notwendigkeit zur Klärung von organisatorischen Fragen zur Bewertung und aufgrund der didaktischen Überlegungen zur Bewertung

fasst  das Lehrerkollegium

mit einer Stimmenthaltung folgenden Beschluss:

 Allgemeine Merkmale

Die Unterstufe nimmt Kinder der ganzen Begabungsbreite eines Jahrgangs auf und muss daher als Lernwelt für alle Kinder so gestaltet werden, dass sich alle Schülerinnen und Schüler in ihr wohlfühlen und zugleich – trotz ihrer Verschiedenheit – die ihren Möglichkeiten entsprechenden Lern- und Entwicklungschancen erhalten. Die zentrale Leitidee unserer Bewertung ist demzufolge die individuelle Förderung eines jeden einzelnen Schülers/einer jeden einzelnen Schülerin unter Berücksichtigung der persönlichen Voraussetzungen. Die Bewertung erfolgt kontinuierlich, ist förderorientiert und berücksichtigt Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Kenntnisse in Form von verbalen Beschreibungen und Ziffernnoten.


Ausgehend von dieser zentralen Leitidee achten wir bei unseren Beobachtungen und Bewertungen auf folgende

Bewertungskriterien

Bewertung der Fächer des Kernbereiches, der  fächerübergreifenden Lernbereiche, der der Schule vorbehaltene Pflichtquote und des Wahlbereiches

Arbeitsverhalten

  • Selbstständigkeit: Zuverlässigkeit, – zielgerichtetes und eigenverantwortliches Arbeiten
  • Konzentration – Ausdauer  –       Sauberkeit und Ordnung     –   Interesse – Ehrgeiz – Einsatzbereitschaft

Lernverhalten

  • Zusammenhänge erkennen –   Auffassungsvermögen – logisches Denkvermögen – Anwendung von Problemlösungsstrategien
  • Beherrschung von Arbeitstechniken und von  Arbeitsmitteln
  • Gelerntes behalten, angemessen wiedergeben, anwenden und auf neue Situationen übertragen
  • sich korrekt,  normgerecht ausdrücken,  Verstehen von Aufgabenstellungen

Bewertung des Verhaltens

Sozialverhalten

  • Konfliktfähigkeit
  • Einhaltung von Regeln, Fairness
  • Hilfsbereitschaft und Achtung anderer
  • Übernahme von Verantwortung
  • Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens

Zuständigkeit für die Bewertung

Für die Bewertungskonferenzen ist ein „collegium perfectum“ notwendig und zwar in der folgenden Zusammensetzung und mit Stimmrecht:

  • den Vorsitz führt der Schuldirektor/die Schuldirektorin (bzw. sein Stellvertreter/seine Stellvertreterin)
  • Lehrpersonen, welche die Fächer und fächerübergreifenden Lernbereiche unterrichten
  • die der Klasse zugewiesenen Integrationslehrpersonen
  • Religionslehrpersonen für jene Schüler/innen welche den Religionsunterricht besuchen

 

  • Ohne Stimmrecht nehmen die Mitarbeiter/innen für Integration an den Bewertungssitzungen der von ihnen betreuten Schüler/innen teil.
  • Die Lehrpersonen und externen Fachleute für die der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und für die Wahlfächer, sowie die Sprachenlehrpersonen nehmen nicht teil. In diesen Fällen wird ein schriftlicher Bericht (entsprechende Register) und ein Notenvorschlag dem Klassenrat über den/die Lernberater/in des/der jeweiligen Schülers/Schülerin übermittelt, der/die dann die Bewertung der jeweiligen Tätigkeit in der Bewertungskonferenz vorschlägt. Bei Bedarf kann der Klassenrat durch die Lehrpersonen der Pflichtquote, des Wahlbereichs und durch die Sprachenlehrpersonen in beratender Funktion erweitert werden.
  • Stimmenthaltungen sind nicht erlaubt.
  • Nach Anhörung und eingehender Diskussion stellt der Vorsitzende/die Vorsitzende den Antrag auf Nichtversetzung bzw. Versetzung.

Inhalte der Bewertung

Zu bewerten  sind die Lernprozesse und Leistungen der Schülerinnen und Schüler in allen Fächern und fächerübergreifenden Lernbereichen laut den geltenden Rahmenrichtlinien des Landes sowie Tätigkeiten  des persönlichen Jahresstundenplans. Davon betroffen sind die verbindliche Grundquote, die der Schule vorbehaltene Pflichtquote und der Wahlbereich. Gegenstand der Bewertung sind auch die allgemeine Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler sowie ihr Verhalten.

Skalierte Bewertung

Die skalierte Bewertung erfolgt in Ziffernnoten und wird einheitlich für die Bewertung der Lernerfolge in den Fächern, fächerübergreifenden Bereichen und den Tätigkeiten des persönlichen Stundenplans angewandt. Die Ziffernnoten reichen von zehn bis fünf. Für eine Versetzung in die nächste Klasse bzw. für die Zulassung zur Abschlussprüfung muss nur in der Mittelschule in den Fächern, fächerübergreifenden Lernbereichen und in den Angeboten der Pflichtquote mindestens die Note sechs gegeben werden, mit Ausnahme von Religion und den Angeboten im Wahlbereich. Die Bewertungskriterien und die   Bewertungsstufen werden wie folgt definiert:

Bewertungskriterien

Arbeitsverhalten

  • Selbstständigkeit: Zuverlässigkeit, – zielgerichtetes und eigenverantwortliches Arbeiten
  • Konzentration – Ausdauer | Sauberkeit und Ordnung | Interesse – Ehrgeiz – Einsatzbereitschaft

Lernverhalten

  • Zusammenhänge erkennen –   Auffassungsvermögen – logisches Denkvermögen – Anwendung von Problemlösungsstrategien
  • Beherrschung von Arbeitstechniken und von  Arbeitsmitteln
  • Gelerntes behalten, angemessen wiedergeben, anwenden und auf neue Situationen übertragen
  • sich korrekt,  normgerecht ausdrücken,  Verstehen von Aufgabenstellungen

 

Bewertungsstufen

Ziffern Lernergebnis angestrebte Kompetenzen
zehn (10) entspricht durchwegs den vorgegebenen Zielen und übertrifft diese in mehreren Bereichen umfassend erworben
 neun (9)  entspricht  durchwegs den vorgegebenen Zielen  in höherem Ausmaß erworben
 acht (8)  entspricht vielfach den vorgegebenen Zielen  in mittlerem Ausmaß erworben
 sieben (7)  entspricht im Wesentlichen den vorgegebenen Zielen   die meisten  grundlegend,  einige auch in mittlerem Ausmaß erworben
 sechs (6)  entspricht nur teilweise den vorgegebenen Zielen   mehrere grundlegende, einige auch nicht oder nur ansatzweise erworben
fünf (5)  entspricht nicht den vorgegebenen Zielen  die meisten grundlegenden Kompetenzen  nicht erworben

Bewertung der Fächer übergreifenden Bereiche

  • Die Emotionale Bildung wird in der Bewertung des Verhaltens berücksichtigt.
  • Politische Bildung wird im Fach Geschichte bewertet.
  • Umweltbildung wird im Fach Geografie bewertet.
  • Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung wird im Fach Naturwissenschaften einfließen.
  • Mobilität und Verkehr wird im Fach Bewegung und Sport bewertet.
  • Bei starker Abweichung der Bewertungen im Fächerbündel erfolgt ein Hinweis in den Anmerkungen.

Kommunikation- und Informationstechnologie (KIT): Mindestens zwei Lehrpersonen aus dem Klassenrat formulieren zu Schulbeginn die Kompetenzen und schlagen eine Gesamtbewertung für jedes Semester vor.

Bewertung des Verhaltens

Als Verhalten wird das Sozialverhalten verstanden, welches in regelmäßigen Abständen (Klassenrat – Verifizierung – Planungssitzungen) im persönlichen Lehreregister  festgehalten wird. Die Bewertung des Verhaltens fließt in der Grundschule in die Beschreibung der allgemeinen Lernentwicklung ein. Die Bewertung des Verhaltens erfolgt in der Mittelschule in Ziffernnoten und in einer Fußnote wird auf die Bewertungsstufen verwiesen. Diese reichen von zehn bis fünf, wobei für eine Versetzung in die nächste Klasse bzw. für die Zulassung zur Abschlussprüfung mindestens die Note sechs gegeben werden muss. Die Note fünf kann nur gegeben werden, wenn die Kriterien des Art. 15, Abs. 4, des Beschlusses der Landesregierung Nr. 2485/2009 zutreffen.

Die Bewertungskriterien und die   Bewertungsstufen (nur für die Mittelschule) für das Verhalten werden wie folgt definiert:

Bewertungskriterien

Sozialverhalten

  • Konfliktfähigkeit
  • Einhaltung von Regeln, Fairness
  • Hilfsbereitschaft und Achtung anderer
  • Übernahme von Verantwortung
  • Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens

Bewertungsstufen (für die Mittelschule)

Ziffern Verhalten
zehn (10) entspricht vorbildlich den den geltenden Regeln (Kriterien)
neun (9) entspricht weitgehend den den geltenden Regeln (Kriterien)
acht (8) entspricht im Wesentlichen den den geltenden Regeln (Kriterien)
sieben (7) entspricht oft nicht den den geltenden Regeln (Kriterien)
sechs(6) entspricht meist nicht den den geltenden Regeln (Kriterien)

Bewertung der allgemeinen Lernentwicklung

Die periodische Bewertung und die Jahresbewertung sehen in beiden Schulstufen auch eine Beschreibung der gesamten Lernentwicklung (Globalurteil) vor. Die Bewertung der allgemeinen Lernentwicklung des ersten Halbjahres der 3. Klasse Mittelschule hat berufsorientierenden Charakter. Am Ende der 5. Klasse Grundschule und am Ende der 3. Klasse Mittelschule ersetzt die Bescheinigung der Kompetenzen die Beschreibung der allgemeinen Lernentwicklung.

Schlussbewertungen, Nichtversetzungen in die nächste Klasse, Gültigkeit des Schuljahres

Schlussbewertung

Die Entscheidung des Klassenrates über die Versetzung der Schülerinnen und Schüler erfolgt jährlich. Bei der Schlussbewertung am Ende des Schuljahres für den Übergang in die nächste Klasse bzw. in die nächste Stufe der Pflichtschule bewerten die Lehrpersonen die Erreichung der Bildungsziele für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler.

Versetzungen/Nichtversetzungen

In der Grundschule wird die Nichtversetzung der Schüler/innen nur in Ausnahmefällen und mit besonderer Begründung einstimmig beschlossen. Die Begründung über die Entscheidung muss nachvollziehbar sein und geht aus den Bewertungsunterlagen und aus den Bewertungsdokumenten (Lehrerregister, Planungsmappe des Klassenrates) hervor.

In der Mittelschule erfolgen die Nichtversetzung bzw. Versetzung und die Zulassung oder Nichtzulassung zur staatlichen Abschlussprüfung der Unterstufe mit Mehrheitsbeschluss. Für die Versetzung der Schüler/innen in die nächste Klasse (Mittelschule) sowie für die Zulassung zur staatlichen Abschlussprüfung am Ende der dritten Klasse ist die positive Jahresbewertung in den Fächern, fächerübergreifenden Lernbereichen und in den Tätigkeiten der Pflichtquote sowie des Verhaltens Voraussetzung. Falls die Versetzung trotz festgestellter Lernrückstände erfolgt, wird ein entsprechender Hinweis (Fußnote) angefügt. Die Nichtversetzung und die Nichtzulassung zur Abschlussprüfung müssen vom Klassenrat schriftlich begründet werden und werden dem Protokoll als Anlage beigelegt.

Die Eltern werden bei einer Gefährdung der Versetzung schriftlich vom Klassenrat innerhalb anfangs Mai in Kenntnis gesetzt.

Gültigkeit des Schuljahres (nur für die Mittelschule)

In der Mittelschule müssen die Schülerinnen und Schüler für die Gültigkeit des Schuljahres an den Unterrichts- und Erziehungstätigkeiten im Ausmaß von mindestens drei Vierteln des persönlichen Jahresstundenplans teilnehmen. In begründeten Fällen kann die Gültigkeit des Schuljahres vom Klassenrat auch bei Überschreitung der Höchstzahl von Abwesenheiten beschlossen werden. In diesen Fällen wird ein Hinweis im Bewertungsbogen hinzugefügt: „Der Schüler/die Schülerin wird trotz Überschreitung der Höchstanzahl der Abwesenheiten zur Schlussbewertung zugelassen und die Gültigkeit des Schuljahres anerkannt.“ Die Begründung für diese Entscheidung wird nicht im Bewertungsbogen, sondern im Protokoll der Bewertungskonferenz festgehalten, da es sich um sensible Daten handeln könnte.

Das Lehrerkollegium legt folgende Kriterien für die Fälle einer möglichen Überschreitung der Höchstzahl der Abwesenheiten fest:

  1. a) die Absenzen auf krankheitsbedingte Abwesenheiten zurückzuführen und durch ärztliche Zeugnisse belegt sind

oder

  1. b) der Klassenrat feststellt, dass bei einer Nichtversetzung auf Grund der persönlichen, körperlichen und geistigen Voraussetzungen des Schülers/der Schülerin keine Fortschritte in der Persönlichkeits- und Lernentwicklung zu erwarten sind

oder

  1. c) der Schüler/die Schülerin aus persönlichen Gründen an sportlichen, musisch-kreativen Veranstaltungen und/oder Weiterbildungen teilnimmt, es muss aber eine vorherige Absprache mit der Schule erfolgt sein.

 

Instrumente der Bewertung

Bewertungsbogen und Zeugnis

Das Zeugnis wird in den Bewertungsbogen integriert.

Als Bewertungsbogen gilt folgende Vorlage (siehe Anlage 1).

Kompetenzbescheinigungen

Am Ende der Grund- und Mittelschule stellt die autonome Schule den Schüler/innen eine Bescheinigung der Kompetenzen aus. Diese Bescheinigungen erlauben es, sich ein differenziertes Bild über die Schüler/innen in allen Fächern und fächerübergreifenden Bereichen zu machen. Vom Inhalt her haben die Kompetenzen einen Bezug zu den Landesrichtlinien.

Die Kompetenzbescheinigung wird am Ende der Grundschule und am Ende der Mittelschule vom Klassenrat in gemeinsamer Verantwortung erstellt und als Anlage zum Zeugnis vom Schuldirektor/von der Schuldirektorin unterzeichnet.

Die Bescheinigung der Kompetenzen in der Mittelschule kann von der Prüfungskommission der staatlichen Abschlussprüfung der Unterstufe ergänzt oder auch abgeändert werden und wird vom Vorsitzenden der Prüfungskommission unterschrieben. Die Kompetenzbescheinigung wird mit dem Diplom über die staatliche Abschlussprüfung der Unterstufe ausgehändigt. Schüler/innen, welche nicht zur Prüfung zugelassen werden und Privatisten, erhalten keine Kompetenzbescheinigung. Für Schüler/innen die nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden, verfasst der Klassenrat eine Beschreibung über die allgemeine Lernentwicklung.

Weitere Bewertungsdokumente bilden das Klassenbuch, das Lehrerregister und der Planungsordner des Klassenrates.

Bewertungsabschnitte

Die Bewertungen finden zweimal jährlich statt. Dadurch wird das Schuljahr in zwei Abschnitte geteilt:

  • 1. Semester: vom Unterrichtsbeginn bis zum 31. Jänner
  • 2. Semester: vom 1. Februar bis Unterrichtsende

Mit diesem Beschluss wird der Beschluss Nr.05 vom 14.01.2009 aufgehoben.

Gelesen und gefertigt.

Der Vorsitzende

Dr. Andreas Bordiga