Konzept der GS Planeil

Strukturelle Gegebenheiten

An unserer Bergschule, die sich auf 1.599 Metern Meereshöhe befindet, stehen den Kindern für ihr Lernen und Arbeiten großzügige Räumlichkeiten zur Verfügung. Es sind zahlreiche Ausweichmöglichkeiten und Rückzugsorte für Still-, Partner- oder Gruppenarbeiten vorhanden. Einige der Räume sind thematisch und fachspezifisch eingerichtet.

Schulalltag und Lernkultur

Die Kinder arbeiten in jahrgangsübergreifenden Gruppen. Im Stundenplan aller Jahrgangsstufen sind die Fächer Italienisch, Religion und Englisch fest verankert.

Die Inhalte der anderen Fächer werden den Kindern in Form von phänomen-basiertem Unterricht vermittelt. Dabei werden Phänomene vor allem ausgehend vom Großen (Ganzen) hin zum Detail erarbeitet und/ oder in Projekten umgesetzt. Dabei wird an das Vorwissen angeknüpft und Zusammenhänge aufgezeigt mit dem Ziel, wirksame und nachhaltige Lernprozesse anzuregen und zu begleiten.

Regelmäßig besuchen Paten (Ehrenamtliche, die eine nachgewiesene Expertise auf einem Gebiet mitbringen) unsere Schule und bereichern den Schulalltag. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit Themen und Inhalten, aber auch mit den Personen, die für diese stehen, auseinanderzusetzen.

Zur Stärkung sozialer Kompetenzen, als vor allem auch im Sinne der Gesundheitsförderung verbringen die Schüler*innen die Jause gemeinsam. Dabei wird gemeinsam gegessen und im Anschluss daran gibt es gemeinsame Bewegungseinheiten. Das Thema „gesunde Ernährung“ wird alltagsbezogen aufgegriffen und thematisiert [4].

Den Unterricht kennzeichnet eine Methodenvielfalt, wobei offene und individuelle Unterrichtsformen im Mittelpunkt stehen.

Dennoch sind auch gebundene Unterrichtsszenarien, vor allem in Form von Einführungen, Bestandteil des Schulalltags. In einer vorbereiteten Lernumgebung und einem klaren erzieherischen Rahmen arbeiten die Kinder weitgehend selbsttätig und selbstorganisiert. In allen Gruppen wählen die Kinder ihre Tätigkeiten und ihre Partner*innen selbstständig. Sie teilen sich die Zeit selbst ein, wobei sie von den Lehrpersonen begleitet werden.

Vielfältige didaktische Materialien (großteils nach Maria Montessori) stehen zur Verfügung. So lernen die Kinder individuell in ihrem eigenen Tempo [2]. Einige Aufgaben wählen sie für sich, je nach Schwierigkeitsgrad oder bestehendem Interesse. Selbstverantwortliches, entdeckendes Tun wird durch die besondere Unterrichtsgestaltung allen Schülern/innen ermöglicht. Dadurch wird individualisiertes Lernen verwirklicht.

Ein wichtiges Instrument der Umsetzung bildet dabei der Arbeitspass, der wöchentlich erstellt und reflektiert wird. In diesem vermerken die Lehrkräfte Lernaufgaben und Pflichtaufgaben individuell für die einzelnen SchülerInnen. Nach erfolgreicher Beendigung einer Aufgabe wird eine entsprechende Bestätigung eingetragen. Zudem dient der Wochenarbeitspass als Reflexionsinstrument für SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen. Es ist eine große Herausforderung, den eigenen Lernprozess selbst zu verantworten und zu reflektieren [3].

Um die Kompetenzen in den MINT-Fächern zu stärken, werden hier besondere Projekte angeboten. Neben der Untersuchung grundlegender Phänomene im Alltag (Gravitation, Bewegung, Magnetismus, Elektrizität…) werden auch spezielle Projekte angeboten, so z.B. der Kontakt mit Roboter-Programmierung. So erwerben und trainieren die Schüler*innen spielerisch Problemlösekompetenzen, zudem werden logisches und räumliches Denken gefördert und weitere Basiskompetenzen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich gefestigt.

Einen weiteren Schwerpunkt an der Grundschule Planeil bildet das gemeinsame Erleben und Mittragen von Ritualen, Festen und Feiern. Feste im Jahreskreis (z.B. Martinsfeier, Nikolaus- und Weihnachtsfeier, Muttertag, Seniorenfeier, Erstkommunion…) sind in Planeil fester Bestandteil des schulischen Lebens. Die Kinder erleben sich im Rahmen der Feiern als wichtige Mitglieder einer Gemeinschaft, sie üben sich im Vortragen und zeigen sich mit ihren Präsentationen selbstbewusst vor Publikum. Die Feste ermöglichen es den Familien und Dorfbewohnern, Einblick in den bunten schulischen Alltag zu nehmen und sich in das Schulgeschehen einzubringen.

[1] RRL, S. 16 Neue wissenschaftliche Erkenntnisse verändern den Lernbegriff: Die Lernenden erwerben auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen, an konkreten Situationen, im Dialog mit anderen und in einem Klima des Vertrauens und der Wertschätzung neues Wissen und erweitern dadurch ihre Handlungskompetenzen.

[2] RRL, S.19 Individualisierung und Personalisierung des Lernens: Die Individualisierung berücksichtigt durch Methodenvielfalt und anregende Lernumgebungen unterschiedliche Lernwege, unterschiedliche Lernrythmen, unterschiedliche Lernstrategien und Lerntechniken der Schüler*innen […]

[3] RRL, S19 Dokumentation und Reflexion der Lernentwicklung: Eine kontinuierliche Dokumentation und Reflexion der Lernentwicklung verhilft den Schüler*innen, eigene Lernfortschritte zu erkennen. Selbstverantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen […] Selbsteinschätzung und Selbstbeurteilung der Schüler*innen werden ergänzt durch die Fremdeinschätzung und Fremdbeurteilung.

[4] RRL, S25 Emotionale Bildung, S30 Gesundheitsförderung, sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Bewegungsstunden an der Grundschule